Frauen, Paare, Sexualität

Dein Leben als Frau in dieser Welt, dein dich Fühlen in deinem Körper, deine Beziehung zu einem oder einer Geliebten, deine Sexualität - in diesen Bereichen begleite ich dich oder euch gerne in meiner Praxis. Du und ihr findet bei mir einen achtsamen Rahmen, wo blinde Flecken, Blockaden, Hindernisse erforscht und verabschiedet werden können. Ich lade dich immer wieder ein, liebevoll Kontakt zur Quelle deiner Freude und Lebenskraft aufzunehmen, damit sie wieder fliessen können, damit du dich erinnerst, was dich gesund erhält und dich erfüllt fühlen lässt.


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Artikel (erschienen im Achtsamen Leben Winter 2018):

Wie können Themen aus der Sexualität in Aufstellungsgruppen bearbeitet werden?

Wie ist es, wenn eine andere Frau in einer Aufstellung für meine Sexualität steht oder für meine Lust, meine Schmerzen, meine Scham etc.? Wie fühlt es sich an, mit einem intimen Thema sichtbar zu sein?

Nach meinen Erfahrungen ist es für die Aufstellende befreiend und erleichternd, da sich in den Stellvertretungen oft eine überraschende, bereichernde, erneuernde Klarheit zeigt.

Beispiel: Eine Frau möchte ihren Wunsch nach tieferem sexuellen Erleben aufstellen. Sie wählt Stellvertreterinnen für sich selbst und für ihre Vagina. Die Stellvertreterin der Vagina fühlt sich in die Rolle ein und sagt dann: "Ich fühle mich unter Druck, und ich brauche einfach mehr Zeit."

Wir stellen dazu: "Das, was verhindert, sich mehr Zeit zu lassen". Es zeigen sich Frauen aus der weiblichen Ahnenlinie der Aufstellenden, die ihre Sexualität nach Wünschen ihrer Männer ausgerichtet haben und ihren eigenen Wünschen keinen Raum gegeben haben.

 

Es gibt verschiedene Methoden, in Aufstellungen mit solchen übernommenen Lebensmustern (hier: den eigenen Wünschen keinen Raum geben) zu arbeiten. Mein Fokus ist, zu erkennen, woher ein inneres Gebot oder Verbot kommt, es bei diesen Personen und in der jeweiligen Zeit in der Vergangenheit zu verankern, um mich wieder meinem Wunsch zuzuwenden: "Gib dem, was dich stört, einen Platz, aber nicht mehr deine Energie". (Siegfried Essen)

Dieses "einen Platz geben" ist deshalb wichtig, weil wir damit unsere Geschichte und welche Geschichten in unserem Aufwachsen auf uns eingewirkt haben, anerkennen.

"Einen Platz geben" unterstützt dabei, aufzuhören, es für die Frauen in der Ahnenlinie - wie im oben genannten Beispiel - wieder gut machen zu wollen. Es ist dann leichter, ihr Schicksal und ihre Entscheidungen bei ihnen zu lassen.

Tatsächlich ist dies kein leichter, aber ungemein erleichternder Prozess, da es befreit von einem inneren gebunden und verstrickt Sein.

 

Im wieder Hinwenden zu ihrer Vagina kann die Frau aus dem Beispiel dieser zum ersten Mal wirklich begegnen, als sei ein Schleier zwischen beiden beiseite geschoben worden. Als sie selbst in ihre eigene Rolle geht, spürt sie den starken Wunsch, ihrer Vagina viel mehr wirklich zuzuhören und sich von ihr mehr leiten zu lassen in ihrer Sexualität.

 

An dieser Stelle ist es auch möglich, zusätzlich in die Rolle der eigenen Vagina zu gehen, um einmal von Innen diese wunderbare, sich selbst nicht infrage stellende Klarheit von "ich brauche einfach mehr Zeit" zu spüren.

Bei Erlebnissen und Erinnerungen, die die Aufstellende als überfordernd empfindet, kann dies auch aus einer sicheren Distanz angeschaut werden, z.B. durch Hinzunehmen eines stärkenden Aspektes.

 

Wie in diesem Beispiel berührt fast jede Aufstellung kollektive menschliche Themen. Häufig glauben wir, etwas sei nur unser ganz persönliches Unvermögen. Die eigenen Bedürfnisse nicht zu spüren, sie zu übergehen zugunsten der Bedürfnisse von jemand anderem oder um bestimmten Vorstellungen zu entsprechen - das alles ist vielen Menschen mehr oder weniger vertraut. In Abschlussrunden von Aufstellungen wird deutlich, dass die meisten Teilnehmenden von dem einen oder anderen Thema sehr berührt sind, weil sie ein eigenens Thema gespiegelt gesehen haben und neue Perspektiven und Einsichten gefunden haben.

 

Das Finden des eigenen Platzes im (Familien-)System (und das Verlassen eines übernommenen Platzes) ist der eigentlich heilsame Prozess in Aufstellungen. Manchmal wissen wir vom Kopf her, dass wir eigene Bedürfnisse übergehen, aber solange wir im System an einem anderen Platz als dem unseren stehen, rutschen wir immer wieder in diese Falle. Eine ist an ihrem Platz angekommen, wenn sie auf die aktuellen Empfindungen ihres Körpers hört und nicht mehr auf übernommene Glaubenssätze. Der Wunsch nach tieferem sexuellen Erleben mag sich dann wandeln in den Wunsch nach authentischerem Erleben und tieferer Verbundenheit mit sich selbst.

 

Literatur:

Siegfried Essen: "Selbstliebe als Lebenskunst - ein systemisch-spiritueller Übungsweg"

Diana Richardson: "Zeit für Liebe"

Krishnananda und Amana Trobe: "Wenn Sex intim wird"